diese stadt ist wirklich völlig gaga. um sie ansatzweise zu begreifen, müssen glaube ich noch einige tage vergehen. daher zunächst einige nackte tatsachen über diese metropole und was uns so passiert ist:
- auf dem weg vom flughafen zum hostel habe ich es nicht geschafft, meinen rucksack, der WIRKLICH sauschwer ist, ohne hilfe aufzuziehen und ich habe auf dem bahnsteig einen wahren affentanz aufgeführt, der glaube ich sehr zur allgemeinen erheiterung beigetragen hat.
- schätzungsweise 30% der japaner in dieser stadt tragen einen mundschutz (sind sie krank oder haben sie nur angst, krank zu werden? man weiss es nicht genau...), mit farbigen exemplaren könnte man da sicher einen richtigen modegag draus machen
- viele mädels hier tragen sehr kurze röcke, aber nicht alle von ihnen haben auch schöne beine
- alles ist laut, bunt und blinkt, vor allem in akihabara, der ersten adresse für alle elektroartikel in dieser stadt. dieses viertel haben wir heute besucht (o-ton timo: "ich brauch jetzt sofort ne smoking station sonst mach ich mir in die hose vor aufregung"!!), insgesamt ein riesengroßes gewusel!
- neben elektrokram ist hier jede menge klimbim, das kein mensch braucht, an der tagesordnung.
- in vielen cafes und restaurants darf man rauchen, allerdings nicht auf der straße beim laufen, weil die japaner angst haben, sich angesichts der menschenmassen aus versehen gegenseitig anzukokeln. stattdessen gibt es abgegrenzte smoking areas.
- ampeln piepen, autos piepen, sogar die fahrräder, die im übrigen immer vorfahrt haben, egal ob auf der straße oder auf dem fußweg.
- man wartet ewig an roten ampeln, aber ich habe mich am ersten tag nicht getraut, über rot zu gehen, weil es niemand getan hat und ich angst hatte es könnten eventuell schüsse fallen. ich weiss nämlich noch nicht so genau was man hier darf und was nicht. auf jeden fall niemals auf offener straße die nase putzen!
- japaner können kein englisch und es ist ihnen auch egal ob du sie verstehst oder nicht, sie plappern dich einfach munter zu. hoffentlich beschert es mir ein paar japanisch-kenntnisse, gestern abend habe ich "gute nacht" beigebracht bekommen, es aber natürlich längst wieder vergessen.
- u-bahn fahren ist hier ein großes abenteuer, denn wenn eine bahn im plan eingezeichnet ist, heisst das noch lange nicht, dass sie auch wirklich dort fährt. des weiteren fressen die automaten gerne die fahrtickets auf und man muss ein neues ziehen, um weiterzufahren. MIR selbst ist das nicht passiert muss ich dazu sagen, aber meinen zwei kumpanen :).
- die essensbeschaffung insgesamt ist garnicht so einfach, und als vegetarier hat man es wirklich schwer, phine kann davon ein lied singen. hinzu kommt noch, dass man einfach nicht versteht, WAS man da genau bestellt und isst. also: mut zum unbekannten! auch im supermarkt kamen wir aus dem staunen garnicht mehr raus. lustig sind auch die plastikversionen der einzelnen gerichte, die in fast allen restaurants zur ansicht ausliegen. sehr lecker und vor allem superbillig dagegen ist sushi!
- an wirklich JEDER ecke stehen getränkeautomaten mit tausend verschiedenen softdrinks, die man ebenfalls zu 90% nicht identifizieren kann.
- mit platzangst kommt man hier nicht weit, alle geschäfte, häuser etc. sind klein und sehr eng und sobald man irgendwo reinkommt fällt man schon gleich über die ersten gegenstände oder menschen drüber. von den straßen wollen wir garnicht erst anfangen... also nix mit bewegungsfreiheit!
- genau so klein ist auch unser hostel, dafür mit gemütlichen betten, luxusduschen und einem riesengroßen flatscreen, auf dem ein total verrücktes tv-programm läuft.
so weit fürs erste... weiteres in kürze.
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