am donnerstag bin ich von nelson weiter nach westen richtung abel tasman nationalpark und golden bay gefahren. so ziemlich genau dazwischen steuerte ich ein hostel namens the nook in dem ort pohara an. hier war es wirklich total nett, und auch die leute waren super, so dass ich beschloss, 3 nächte anstatt nur 2 zu bleiben, auch um noch mehr von der gegend sehen zu können. 2 lustige österreicher habe ich kennengelernt, mit denen ich wohl in zukunft noch so einiges unternehmen werden, denn wir haben in den nächsten 2 wochen ungefähr die gleiche tour. gemeinsames silvester-feiern in dunedin ist auf jeden fall schonmal geritzt, und auch ein paar der weiteren aktivitäten haben wir auch schon gemeinsam geplant.
jedenfalls quälte ich den armen rocko dann am freitag morgen erstmal wieder über gefühlte 100 km schotterpiste, bis ich in totaranui im norden des nationalparks an der küste ankam. das wetter war bombig und blieb es auch den ganzen tag. um 10.45 kam dann mein wassertaxi, auf das ich wartete. bis auf 2 buchten erreicht man nämlich alle buchten nur über den fußweg oder über das wasser, da es im nationalpark keine straßen gibt. viele laufen den abel tasman coastal track, der 3-4 tage dauert und übernachten zwischendurch auf den campingplätzen. so viel zeit hatte ich leider nicht, daher das wassertaxi.
schon als ich in der ersten bucht losfuhr, dachte ich wow, wo bin ich denn hier gelandet. sandstrand wie aus dem bilderbuch, blaues wasser, blauer himmel, grüne wälder. und es wurde von bucht zu bucht besser. das wasser wechselte von hellblau zu türkis zu hellgrün und wieder zurück, der sand war mal weiss, mal goldfarben und überall die wälder mit dem farn, der ausssieht wie palmen und die sich bis zum wasser zogen. wir tuckerten von bucht zu bucht richtung süden, die fahrt dauerte ungefähr eine stunde und zwischendurch besuchten wir eine robbenkolonie, von denen ein paar neben dem boot herumgeschwommen sind und uns neugierig angeschaut haben. der skipper meinte, zu hochzeiten kommen sie sogar aufs boot, eine hat es wohl sogar mal geschafft, durch den mittelgang bis nach vorne neben das steuer zu watscheln. die leute waren wohl etwas verschreckt und wussten nicht, ob sie angst haben sollten oder nicht, aber er meinte, die robben wären total harmlos und einfach nur richtig neugierig. nur anfassen sollte man sie lieber nicht, dann könnten sie sich erschrecken und angst bekommen. manchmal hüpfen sie den vielen kajakfahrern, die an der küste unterwegs sind, sogar hinten aufs heck oder spielen mit den paddeln. ich stadtkind, die robben bisher nur im zoo gesehen hat, war total fasziniert. das ist schon was anderes irgendwie.
dann wurde ich irgendwann an einer bucht namens pukatea bay (foto oben) abgesetzt, die wohl mit zu den schönsten der welt gehören soll, und sie war wirklich der hammer. man weiss garnicht, wie man das beschreiben soll, ich habe schon viele strände gesehen, auch in der karaibik, und keiner war so schön wie dieser. kaum ein mensch war dort, nur ab und zu paddelten ein paar kajaks vorbei oder machten halt, und als ich so am strand döste, kam plötzlich wieder eine robbe angeschwommen und steckte den kopf aus dem wasser. nachdem wir uns eine weile sprachlos angestarrt hatten, ist sie im wasser davongehüpft. das war im grunde mehr bilderbuchkitsch, als man ertragen kann. schwimmen war ich auch, aber ich habe fast einen herzanfall erlitten, das wasser war arschkalt und ich bin nur prustend ein paar mal hin und her gepaddelt, mehr ging einfach nicht.
am nachmittag ging mein boot dann zurück, und unterwegs hatten wir so einen seegang, dass das boot wie ein flummi auf den wellen herumgehüpft ist und wir ungefähr mit einer halben stunde verspätung ankamen. das war mit der tollste tag, den ich in neuseeland bisher hatte, es war einfach sooooo schön!
nach so vielen tagen sonne musste ja mal was passieren, und natürlich regnete es am samstag. trotzdem fuhr ich nochmal in die entgegengesetzte richtung hoch zum nördlichsten punkt der südinsel, dem cape farewell. viel sehen konnte man leider nicht, außer den hohen wellen die an die felsen schlugen. war sau ungemütlich und ich bin bald wieder zurückgefahren. na toll, hätt ich doch schon am samstag fahren können.
allerdings fiel abends eine große, etwas in die jahre gekommene biker-truppe (anfang rentenalter schätze ich) auf wochenendausflug ins hostel ein und es war vorbei mit der beschaulichkeit. die gruppe stammte aus nelson, also allesamt kiwis, die erstmal den grill anschmissen und mit lautem getöse durchs hostel polterten. netterweise grillten sie mir dann auch noch etwas mit, und zum ersten mal hier wurden meine englisch-kenntnisse richtig auf die probe gestellt. dieser kiwi-akzent ist manchmal echt schwer zu verstehen. am anfang bemühten sie sich noch, langsam und deutlich mit mir zu sprechen, aber je mehr wein und bier sie intus hatten, desto undeutlicher wurden sie und ich verstand manchmal nur noch bahnhof. aber sie waren alle total neugierig wo ich herkomme und was ich mache, denn sie meinten, normalerweise würden sie von den backpackern nicht viel mitkriegen. ein sehr lustiger abend war das, und ich wurde sogar noch nach nelson eingeladen, doch leider war ich ja da schon und musste ich in die andere richtung.
heute ist sonntag und im moment bin ich in westport an der westküste, ich habe auf dem weg noch die längste hängebrücke neuseelands besucht (eine wackelige angelegenheit) und 2 backpacker aus italien aufgelesen und ein stück mitgenommen. morgen fahre ich weiter zum franz josef gletscher und werde übermorgen mit den 2 österreichern eine halbtägige gletschertour unternehmen. irgendwie schon sehr lustig, vorgestern noch am strand mit sonnenschein und hitze, übermorgen schon auf dem gletscher in schnee und eis. ich werde berichten.
übrigens habe ich in den letzten tagen zum ersten mal bekanntschaft mit den sandflies gemacht, die verstecken sich zwar nur in der größe einer fruchtfliege, gehören aber zu den bösartigsten viechern, die neuseeland zu bieten hat. sie halten sich überall dort gerne auf, wo wasser ist, also beste voraussetzungen an der küste. man hört sie nicht, denn sie nähern sich lautlos, und statt zu stechen, beissen sie dir einen fleischbrocken raus, vornehmlich gerne an den unterschenkeln, und schon hat man ein andenken für die nächsten 10 tage etwa. es gibt kein entrinnen. die dinger jucken wie hölle, zehnmal schlimmer als mücksenstiche, und nachts wird man fast wahnsinnig. das schlimmste ist: nichts hilft wirklich gegen diese biester, außer eine art zitrus-öl, das bestialisch stinken soll. egal, ich muss das zeug irgendwoher kriegen, denn an der westküste neuseelands soll es wahre invasionen von sandflies geben, und ich weiss schon jetzt, dass sie GENAU MICH beissen werden. wer mich kennt, wird mich verstehen und mitleid mit mir haben. danke.
noch eine exkursion zum thema tiere in neuseeland: ich bin wirklich froh, dass ich bis jetzt kein opossum überfahren habe. die dinger sind hier leider eine richtige plage und liegen, traurig aber wahr, zuhauf überfahren auf den straßen. es ist manchmal wie in einem computerspiel: wie wild lenken in den bergen und dabei noch toten tieren ausweichen. auf jeden fall habe ich bis jetzt geschafft, weder ein opossum noch sonst irgendein tier zu töten. das könnte auch genauso gut ein vogel sein, denn die sitzen auch einfach auf der straße rum und hoppeln vielleicht mal gemütlich zur seite, wenn ein auto kommt. da vögel in neuseeland keine natürlichen feinde haben, sind viele mit der zeit flugunfähig geworden und verbringen ihre zeit damit, den ganzen tag lässig durch die gegend zu stolzieren. leider vergessen sie manchmal leider, dass ein auto eben doch gefährlich ist und gehen nicht zur seite. tja, und das wars dann mit dem vögelchen. phine und ich haben sie schon passenderweise "selbstmord-vögel" getauft. aber, wie gesagt, bis jetzt habe ich keinem lebewesen geschadet.
so long!
hey rinna!
AntwortenLöschenklingt ja super mit dem abel tasman, du solltest reisebroschüren schreiben. wobei dir so ein szenario wie im abel tasman eh leider kaum einer glauben würde. :-) ...hätte dort vielleicht auch mal nen gang zurück schalten und mal baden gehen sollen *hffhffhff* :-)
Bitte hau den scheiss sandflies von mir nachträglich mal so richtich einen in die fresse! Daran würde mir viel liegen. Danke. :-)
Ansonsten noch ne gute reise richting süden!!
enjoy
flx