8. Dezember 2009

allein, allein

phine hat mich heute morgen verlassen! :(
um 8.00 uhr morgens ist sie in den bus nach wellington gestiegen und hat rocko und mich in new plymouth zurückgelassen... na mal sehen, welche überraschungen das abenteuer "alleine reisen" für mich die nächsten wochen bereithalten wird...

zunächst einmal wollten wir am lake taupo ja eigentlich noch den tongariro nationalpark mit seinen drei vulkanen besuchen. wir waren auch guter dinge, als wir samstag früh losfuhren, sogar die sonne zeigte sich. doch je mehr wir an höhenmetern gewannen, desto mehr zog sich der himmel zu, und pünktlich am straßenschild "national park" find es an zu schütten, dass selbst der scheibenwischer versagte. wir machten halt, grummelten im auto herum und überlegten, was nun zu tun wäre. im strömenden regen laufen macht halt nunmal keinen spaß, und von den bergen war nichts, aber auch rein garnichts zu sehen. also dachten wir uns "die scheiss vulkane können uns mal" und sind umgedreht. zu unserer grummelei kam noch hinzu, dass rocko immernoch husten hatte, bzw. am berg so gut wie überhaupt nicht mehr anzog, der alte schlappschwanz. wir sind also zurück nach turangi gezuckelt und haben sogar samstagnachmittag einen automechaniker auftreiben können, der nach einem fachmännischen blick in rockos eingeweide meinte, wir sollten bei unserem nächsten stopp unbedingt den benzinfilter wechseln, der sei uralt und sicher verstopft (übrigens zeigte sich zu diesem zeitpunkt schon wieder die sonne, es war zum haareraufen). bis dahin sollten wir bitte langsam fahren und im notfall die "slow vehicle lane" nutzen, also die spur für lkw's, traktoren etc... oh man rocko, du lahmer trecker.

















sonntags (am nikolaustag) fuhren wir also weiter nach new plymouth an der westküste, und, welche überraschung, es regnete dort wie aus eimern! allerdings hatten wir eine schöne hinfahrt, denn wir fuhren über den uns empfohlenen forgotten world highway, und genauso kam er mir auch vor. hier und da mal ein (verwaistes) häuschen, ansonsten grüne hügel, wohin man sah (ich habe nie gedacht dass es so viele unterschiedliche grüntöne geben kann) und einen neuseeländischen regenwald, der sich neben uns die felswände hochzog und der so dicht war, dass man angst hatte er würde über einem zusammenbrechen. aber es war wirklich sehr schön und wir haben durchweg gestaunt. übrigens regnete es auf der fahrt kaum, dafür umso mehr in new plymouth, und deshalb wirkte die stadt auf den ersten blick recht traurig.

montag morgens bin ich aufgewacht, schaute aus dem fenster, und was sehe ich? blauen himmel und den mount taranaki! "oooohhhhh" und "aaaaahhhhh" schreie wurden laut!! wer "the last samurai" gesehen hat, dem müsste dieser berg wohlbekannt sein, denn nein, es war nicht der fujiyama selbst, sondern der mt. taranaki, der im film den fuji verkörpern durfte.
bevor jedoch irgendwelche ausflüge ins umland unternommen wurden, wurde rocko erst einmal operiert: er bekam einen neuen benzinfilter. 74 dollar hat uns der spaß gekostet. dazu später mehr.
wir packten spontan ein mädel namens kathrin aus unserem seaspray hostel, das wir am abend davor kennengelernt hatten, mit in unsere karre und die erste aktivität des tages war die besteigung eines richtig übel steilen felsens am rande von new plymouth (meine höhenangst machte mir etwas zu schaffen, vor allem beim abstieg), aber von oben hatte man eine tolle sicht über sie stadt. hierzu ein kleines suchbild zur erheiterung meiner leser: wo ist rocko? wer jetzt sagt "da hinten auf dem schrottplatz", dem brate ich persönlich eins über, wenn ich wieder in deutschland bin.

















danach fuhren wir zum fuße des mt. taranaki auf ca. 1000 höhenmeter hoch (keine "check engine"-lampe!) und liefen einen 2-stündigen track über stock und stein und hoch und runter quer durch die wälder. der gipfel des berges hüllte sich nach einem guten anfang am morgen leider wieder in nebeliges schweigen, aber wir genossen dafür die sicht ins tal. am nächsten tag hatte ich muskelkater, der war von einem anderen stern. wollte ich nur mal dazu sagen.
abends gingen wir anlässlich der bevorstehenden trennung von phine und mir endlich mal auswärts essen, und zwar zu einem inder. leute, solltet ihr eines tages mal in new plymouth in neuseeland stranden, bitte geht ins "india today" auf der devon street, es ist das beste indische essen, was ich jemals gegessen habe. der helle wahnsinn, aber wirklich! kein inder in frankfurt kann da jemals mithalten. bombe.

ja, heute früh habe ich phine dann am bus abgesetzt, da sie schonmal weiter nach wellington fährt und ihren großcousin ein paar tage besuchen will, bevor sie am 13.12. weiter nach malaysia fliegt. das heisst, ich musste diesmal allein meine sachen zusammenpacken, alles ins auto schaffen und losfahren. da mich ja jetzt niemand mehr unterhält beim fahren, habe ich beschlossen, die fahrt an sich schon zu einem event zu machen und bin über einen umweg weiter nach süden gefahren, nämlich den schönen surf highway an der küste entlang. zwischendurch war ich noch am westlichsten punkt neuseelands und habe mir den wind um die ohren blasen lassen. und, mitten auf dem highway, da war er dann plötzlich zu sehen, der mt. taranaki, ohne eine einzige wolke und in voller pracht. dieser berg zieht einen an wie einen magnet, er sieht einfach wahnsinn aus finde ich. wie man sich einen bilderbuch-vulkan nunmal so vorstellt (die neuseeländer meinen übrigens, er wäre überfällig, der letzte ausbruch liegt rund 350 jahre zurück. nunja, ein andermal bitte).

















dieser anblick entschädigte für meine einsame reise, und ich setzte meinen weg nach wanganui fort. und was kommt da auf einmal, nach ca. 100 km?? "CHECK ENGINE"! ich dachte, ich müsste anhalten, aus dem auto springen und schreiend im kreis laufen! mittlerweile (ein paar stunden später) bin ich bei der "mir doch egal"-einstellung angekommen, soll er doch blinken so viel er will, den ganzen motor durchchecken lassen ist mir zu teuer, dann muss er jetzt halt irgendwie durchhalten bis mitte januar.

im moment habe ich ein dreier-zimmer ganz für mich allein in wanganui in der tamara backpacker lodge, und es ist sehr schön hier und die sonne scheint, das ist das beste! vorhin bin ich ne runde durch die (nicht sehr große) stadt gelaufen und morgen fahre ich weiter nach napier (art-deco häuschen bestaunen und christian, den ich in auckland kennengelernt habe, auf ein bier treffen), bevor es am wochenende nach wellington geht. dort werde ich anja wiedersehen, eine weitere bekanntschaft aus auckland und wir werden dort ca. 3 tage zusammen verbingen, bevor ich mit der fähre auf die südinsel übersetze.

mehr fotos kommen im laufe der nächsten 2 tage!

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