3. Dezember 2009

going south

phine und mich hat es nun weiter in den süden der nordinsel neuseelands verschlagen. genauer gesagt sitzen wir im moment so ziemlich genau in deren mitte, nämlich in rotorua. wieder haben wir viel erlebt, aber erstmal der reihe nach.

am wochenende waren wir ja vorerst wieder in auckland, unter anderem, um sonntags die "santa parade" im zentrum anzuschauen. ich weiss nicht genau, was die neuseeländer mit dieser einstündigen parade bezwecken wollen, im grunde kam sie mir vor wie ein großer faschingsumzug, alle waren verkleidet und trompeteten und trommelten herum, und ich musste mich die ganze zeit ernsthaft zurückhalten, nicht laut "helau!" zu schreien. leider haben sie keine bonbons geworfen, was ich sehr befremdlich fand. nur der weihnachtsmann, der ganz am ende auf seinem schlitten, vielmehr wagen vorbeifuhr, erinnerte daran, dass diese ganze veranstaltung wohl etwas mit weihnachten zu tun haben soll. da ich mir aber eh nicht vorstellen kann, in diesem land je in weihnachtsstimmung zu kommen, war das schon in ordnung so.

















dann zu unserem rocko. ich hatte ja schon erwähnt, dass er im moment ein wenig mucken macht. die äußern sich dadurch, dass ab und an vorne neben dem tacho eine kleine fiese rote warmlampe mit dem hinweis "check engine" aufleuchtet. in diese aufforderung kann man natürlich nun viel hinein interpretieren und da wir im allgemeinen leider nicht viel von autos verstehen, sind wir auf dem weg zurück nach auckland in irgendeiner hinterwälder-mitsubishi-werkstatt vorbeigefahren und haben rocko an den elektronischen "fehlerfinder" anschließen lassen. diagnose des mechanikers: das auto läuft nur auf fünf zylindern anstatt auf sechs, wäre aber nicht weiter schlimm. aha aha, nunja. das wussten unsere vorbesitzer bestimmt auch schon... wir sind dann weiter nach auckland gezuckelt und haben dort ein paar autokundige jungs aus dem backpacker auch nochmal drüberschauen lassen. nach vielen diskussionen und hin- und herüberlegungen und doktorspielen am motor hiess es schließlich einstimmig: "fahrt erstmal weiter und guckt, was passiert." und dass wir ihn freundlich fahren sollen und nicht so sehr hochdrehen. leichter gesagt als getan bei den kurven und bergen hier. aber ich gebe mir die allergrößte mühe. bis jetzt ist auch alles noch tip top!

also sind wir montags auf die westliche halbinsel coromandel gefahren, genauer gesagt nach coromandel town ins lion's den. ein superschönes hostel, im safari- und hippie-stil gehalten, aber der ort an sich war leider komplett tot. also früh ins bett und am nächsten tag tuckerten wir zuerst zum "the new chums beach", einem strand, den man nur zu fuß erreicht, ein echter geheimtipp quasi. eine halbe stunde quer über die felsen und steine an der bucht, durch wald und gestrüpp und dann standen wir an einem der schönsten strände, die ich bis jetzt gesehen habe. wahnsinn. der weg hat sich gelohnt.
danach sind wir weiter zur cathedral cove gefahren, einem kreidefelsen an der küste mit einem loch, durch das man durchlaufen kann. auch hier mussten wir erst wieder einen 45-minüten wanderweg durch berg und tal auf uns nehmen. aber als wir ankamen, war es dort so schön, dass wir ganz hin und weg waren. die kreidefelsen und der weisse strand sahen toll aus. erst kürzlich fiel wohl von der decke ein ganzer brocken dieses gesteins auf den durchgang der cahedral cove und irgendjemand wurde wohl auch ernstlich verletzt, deshalb gab es viele warnschilder mit erhobenem zeigefinger, dass man doch besser nicht durchlaufen sollte. hat sich natürlich keiner dran gehalten, so ein quatsch. wir zuckelten ein bisschen den strand rauf und runter, ächzten wieder die 45 minuten zurück zum auo, fuhren anschließend noch einkaufen und als wir nach hause kamen, war es auch schon dunkel. die sonne knallte den ganzen tag vom himmel und außer farbe im gesicht haben wir glaube ich auch noch einen leichten sonnenstich bekommen. aber schee wars!

















am mittwoch haben wir uns auf den weg nach rotorua ins funky green backpacker gemacht, und es hat den ganzen tag in strömen geregnet. war also insgesamt außer autofahren nich viel los am mittwoch, und funky war leider auch so garnix. es sah alles recht traurig aus in diesem bindfadenregen. was ich allerdings lustig finde, ist, dass hier in der küche vom hostel eine nächtliche panoramaaufnahme von köln hängt. hello germany. ich glabe, die besitzerin ist deutsche. da will man sein zuhause mal für ein paar wochen vergessen, und dann sowas, args!
in rotorua gibt es ziemlich viele aktive vulkanische quellen, was zur folge hat, dass es in der kompletten stadt nach verfaulten eiern stinkt, die intensität variiert mit der windrichtung. kommt mir irgendwie bekannt vor, denn in reykjavik war es ähnlich, außer dass dort der gestank eher aus den wasserleitungen kam. überall blubbert und brodelt es in rotorua, aber die neuseeländer verlangen natürlich gleich für alles eintritt, wo es was besonderes zu sehen gibt. also haben wir uns mit den kostenlosen attraktionen begnügt, spektakuläre geysire haben wir ja damals schon in island bewundern können und deshalb haben wir uns das geld diesmal einfach gespart. dafür haben wir einen grünen und blauen see bewundert (die leider im trüben wetter garnicht so grün und blau wirkten, wie sie eigentlich sollten) und das geblubbere im stadtpark beguckt. hier lag auch der ursprung aller üblen gerüche dieser stadt. braune, brodelnde schlammassen gaben dermaßen abartige gerüche von sich, dass wir nur noch angestrengt durch den mund atmen konnten, an jeder ecke stieg irgendein übelriechender dampf auf, sogar aus den gullis. halleluja, ich war froh, gerade keine magenverstimmung zu haben, dieses aroma hätte mir sonst sicherlich den rest gegeben
außerdem gibt es hier noch ein original maori dorf, wo die ureinwohner heute noch leben, auch da haben wir mal vorbeigeschaut, was sehr interessant war, leider waren alle gebäude gerade geschlossen. es regnete auch leider wieder ziemlich doll, so dass wir uns bald zurück ins hostel begaben und einmümmelten.






















hier in rotorua ereignete sich übrigens noch eine sehr lustige begebenheit aus der reihe "die welt ist ein dorf". denn gestern saß plötzlich mitten im funky green eine freundin von phine, mit der sie zur schule gegangen war. phine hat plötzlich schnappatmung bekommen und fast ihr laptop fallen lassen vor lauter schreck, und ich hab mich noch gefragt was denn nun los ist. tja, keine wusste von der anderen, dass sie gerade in neuseeland ist, und da laufen sie sich in dieser stinkenden stadt zufällig über den weg. sehr lustig :).

morgen fahren wir weiter nach turangi am lake taupo und wollen am samstag mal einen track laufen im tongariro nationalpark, der sich dort befindet, also betet mit uns für besseres wetter! im regen macht das ja keinen spaß, aber dank rocko bewegen wir gerade unsere beinmuskeln zu wenig. so kann das ja nicht weitergehen! ab nächster bin ich dann auch erstmal alleine unterwegs, weil phine weiterfliegt nach malaysia.

fotos kommen die nächsten tage, stay tuned.

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